Inklusionsbündnis Deutschland

 

Die IG Schulbegleitung Deutschland unterstützt das Inklusionsbündnis Deutschland

 

 

In Düsseldorf hat sich Mitte Juni 2018 ein breites Bündnis gebildet, um mit Nachdruck gegenüber der Landesregierung die Umsetzung der UN-Konvention im schulischen Bereich zu fordern.

 

Wir veröffentlichen nachstehend die Gründungserklärung.

 

Bündnis für Inklusive Bildung in Nordrhein-Westfalen

 

Erklärung

 

Die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) verpflichtet Bund, Länder und
Kommunen, ein inklusives Bildungssystem zu schaffen. Menschen mit Behinderungen
haben ein Recht auf Bildung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und
diskriminierungsfreien Zugang zum allgemeinen Schulsystem.

Nach einem parteiübergreifend verabschiedeten Entschluss des Landtags zum Aufbau der
Inklusiven Bildung vom Dezember 2010 wurden nach einem langen Diskussionsprozess
wiederum mit Unterstützung fast aller Fraktionen mit dem 9. Schulrechtsänderungsgesetz
zum Schuljahr 2014/2015 die ersten Schritte zur Umsetzung der UN-BRK in den Schulen
des Landes verabschiedet.

Seitdem haben aufwachsend nach Jahrgangsstufe Kinder und Jugendliche mit
Behinderung/ sonderpädagogischem Förderbedarf das Recht auf Gemeinsames Lernen in
der allgemeinen Schule. Die allgemeine Schule wurde zum Regelförderort erklärt.
Ausnahmen sind nur vorgesehen, wenn Eltern im Einzelfall abweichend die Förderschule
wählen oder die Bedingungen für Gemeinsames Lernen im Einzelfall nicht unter
zumutbaren Aufwendungen geschaffen werden können.

In der Folge haben sich viele Schulen in Nordrhein-Westfalen dem Gemeinsamen Lernen
geöffnet. Im Umsetzungsprozess traten jedoch Probleme auf.

- viele Schulen sind personell nicht ausreichend ausgestattet,
- viele Schulen sind sächlich nicht für die Lernbedürfnisse aller Schüler ausgestattet
- die Fortbildung der Schulleitungen, der Lehrer und der Sonderpädagogen für inklusive
  Schul- und Unterrichtsentwicklung kam der Entwicklung nicht hinterher,
- die pädagogische Qualität des Gemeinsamen Lernens kann an vielen Schulen noch
  nicht zufriedenstellend gewährleistet werden,
- der menschenrechtliche Gehalt des Rechts auf inklusive Bildung und deren Chancen für
  die Verbesserung der Schule für alle Schülerinnen und Schüler sind noch nicht von allen
  Beteiligten erkannt.
  Wenn bei der Umsetzung einer politischen und gesellschaftlichen Aufgabe
  Schwierigkeiten entstehen, dann ist es Aufgabe der Politik, diese Schwierigkeiten

  mit geeigneten Maßnahmen zu überwinden – und nicht, das Ziel in Frage zu stellen.

 Die unterzeichnenden Verbände und Organisationen fordern:

● Die Landesregierung muss den begonnenen Prozess auf dem Weg in ein inklusives
    Bildungssystem fortführen und planmäßig verbessern.
● Die Landesregierung muss sich zum menschenrechtlichen Gehalt inklusiver Bildung
    bekennen und Initiativen ergreifen, um die Wertschätzung demokratischer und inklusiver
    Bildung bei allen Beteiligten des Systems Schule und in der Öffentlichkeit zu verankern.
● Das Wesen inklusiver Bildung ist das Gemeinsame Lernen von Kindern und
   Jugendlichen mit und ohne Behinderung, an dem Ort, an dem sie wohnen. Inklusive
   Schule ist ein Gewinn für alle Schüler*innen und eine Verpflichtung für alle an Schule
   Beteiligten. Dieses in guter Qualität zu ermöglichen, muss Ziel aller politischen
   Maßnahmen in diesem Bereich sein.
● Gute Bildung für alle Kinder und Jugendlichen setzt voraus, dass Schulen personell und
   sächlich gut ausgestattet sind. Nordrhein-Westfalens Schulen brauchen deutlich bessere
   Bedingungen.
● Die Fortbildung der Schulleitungen, Lehrer*innen und Sonderpädagog*innen für
   inklusive Schul- und Unterrichtsentwicklung muss sicher gestellt werden. Außerdem
   brauchen Schulen auf dem Weg zur Inklusion fortlaufende Begleitung.
● Eine getrennte Beschulung von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung ist
   kein Wert an sich. Im Gegenzug zum in Zahl und Qualität steigenden Angebot an
   inklusiver Bildung sind Förderschulen abzubauen. Das Parallelsystem von Regel- und
   Förderschulen kann nicht von Dauer sein.

Wir erwarten von Landesregierung und Landtag des Landes Nordrhein-Westfalen, den
parteiübergreifenden Konsens zur Inklusion neu zu beleben und zu festigen und auf Basis
der völkerrechtlichen Leitlinien zur inklusiven Schule weiter zu entwickeln.
Düsseldorf, 18. Juni 2018

 

Gemeinsam Leben, Gemeinsam Lernen NRW e.V. - Der Inklusionsfachverband
mittendrin e.V.
Autismus Landesverband NRW e.V.
Landesschüler*innenvertretung NRW
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW NRW
SoVD NRW e.V.
VdK NRW e.V.
Landesbehindertenrat NRW

 

LAG Selbsthilfe NRW e.V.
Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben ISL NRW e.V.

 

Landeselternschaft der Förderschulen Schwerpunkt Geistige Entwicklung
NRW-Bündnis Eine Schule für alle
Kinderschutzbund KV Warendorf e.V.
Progressiver Eltern- und Erzieherverband PEV e.V.

 

Gemeinsam Leben - Gemeinsam Lernen Bonn e.V.
Gemeinsam Leben, Gemeinsam Lernen Dorsten
Initiativkreis Gemeinsame Schule Wuppertal
Gemeinsam Leben, gemeinsam lernen Olpe plus e.V.
Elterninitiative Inklusion Bornheim
Gemeinsam Leben lernen e.V. Hilden / Homepage wird nicht angezeigt
INVEMA e.V. Kreuztal
Schule für alle e.V. Hennef
Gemeinsam Leben - Gemeinsam Lernen Kreis Borken
Bielefelder Familien für Inklusion e.V.
die Inklusiven e.V., Bielefeld
Gemeinsam Leben gemeinsam lernen Pulheim
Elterninitiative INKLUSION - HIER & JETZT! e.V. Leverkusen
Gemeinsam Leben und lernen e.V. Düsseldorf
Gemeinsam Leben - Gemeinsam Lernen Aachen e.V.
Initiative gemeinsam leben und lernen e.V. Neuss
VIBRA e.V. , Ratingen
Gemeinsam leben und lernen Mönchengladbach

 

Prima Arbeiten und Leben PAUL e.V., Kaarst
Freizeitgemeinschaft Behinderter und Nichtbehinderter e.V., Hilden
MOBILE - Selbstbestimmtes Leben Behinderter e.V., Dortmund
Aktionskreis „Der behinderte Mensch in Dortmund“

Text (nrw-eineschule.de) 

 

Inklusionsbündnis Deutschland

 

 

Presse

Inklusionsbündnis fordert bessere Bedingungen an Regelschulen

18.06.2018 Düsseldorfer Nachrichten Westdeutsche Zeitung (dpa)

 

Inklusionsbündnis fordert bessere Bedingungen an Schulen

18.06.2018 General-Anzeiger (dpa)

 

Inklusionsbündnis fordert bessere Bedingungen an Schulen

18.06.2018 welt.de PM GEW (dpa)

 

 

Zurück          Weiter